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günter kunert gottgleich interpretation

So läßt sich Kunerts „Spiegelblick“, der „Auf dem Schädeldach: Erosion: / Kahler Fels: porös“ entdeckt, als Metapher der Verdinglichung des Menschen lesen. –. Mag sein, daß sich hier ein haarfeiner Riß durch Günter Kunerts sonst konzise Argumentation zieht. – Gespräch mit Günter Kunert über Kostproben kommender Katastrophen und die Notwendigkeit von Enttäuschungen sowie den zwielichtigen Charakter der Poesie. Die abgestorbenen Bäume werden abgehackt. Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt und kann daher nicht angezeigt werden. Mit Selbstbestimmung hat das wenig zu tun. Wie geht das zusammen? Kunerts Lieblingsmotiv entfaltet so eine beunruhigende Ambivalenz. „Dableiben. Buch Mose, Kapitel 7, und endet nicht explizit mit dem Jüngsten Gericht, wie die Offenbarung des Johannes, jedoch wird der Weltuntergang, durch den bedrohlichen und apokalyptischen Grundton des Gedichtes, angedeutet. Diese Interpretation entschärft Kunerts Obsession allerdings, denn sie gilt unbestreitbar den Stein-Menschen und nicht jeder beliebigen Art der Erstarrung. Mit manchen Dingen quäle ich mich sehr, weil da etwas ist, was ich nicht greifen kann oder noch nicht greifen kann. Dies alles hat nicht geholfen. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus. Als sich die Besucher hastig aus dem Zelt drängten, gab das Tier schon kein Lebenszeichen mehr von sich. Die positiven Variationen auf dieses stets gleiche Thema wurden von Literaturwissenschaflern mit einem anderen typischen Kunert-Sujet in Verbindung gebracht: vor allem in seiner Prosa, aber auch in der Lyrik beschäftigt er sich wiederholt mit verschiedenen Formen erstarrter Erinnerung – mit alten Fotos, fixierten Tagträumen oder phantasierten Tableaus. Das, was publiziert ist, ist vorbei und geschehen. Solange wir das nicht begreifen, können wir uns weiterhin einreden, alles bliebe beim alten. Wittstock: Sie betonen, daß Sie nur für sich selbst schreiben. Doch greift sie aus in Raum und Zeit, Das im Jahre 1983 von Günter Kunert geschriebene Gedicht „Mondnacht“ beschreibt das Verhältnis von Mensch und Natur und kritisiert den Forschungsdrang der Menschen am Beispiel der ersten Mondlandung. Hierbleiben. Vor allem aber bezieht Kunert in den entscheidenden Versen, in denen von dem „Menschen“ und den „Geschlechtern“ die Rede ist, sich selbst in die Reflexionen des Gedichtes mit ein. Da wartet man darauf, durch ein passendes Ersatzteil wiederhergestellt zu werden. .ROMULUS Geh jetzt nach Sizilien. Die Literatur zumindest spürt es und wahrscheinlich mit ihr viele andere Leute. Mit anderen Worten: Er macht seine Lyrik zum Vehikel der Aufklärung. zu deinem Himmel In einer Zeit, in der jeder und alles der instrumentellen Vernunft unterworfen ist und allein nach der Funktionalität der Dinge wie der Personen gefragt wird, definiert Kunert die Lyrik als eines der letzten Reservate unangetasteter Individualität. Die Parabel „Der verlorene Enkel“ von Günter Kunert handelt von den Folgen von unterschiedlichen Lebensauffassungen zwischen den Generationen. Nun also ein Roman, witzig und frech, geschrieben in der Mitte seines Lebens, da war Kunert 47 Jahre alt. Aber es gibt ja nicht nur zu viele Menschen, sie produzieren auch zu viele Bedürfnisse. Zugleich unterstellen Sie aber Ihren Mitmenschen, daß sie weiterhin in Fremdbestimmung verharren, daß sie nicht zur Selbstbestimmung vordringen werden. Das heißt nichts anderes, als daß wir gar nicht in der Lage sind, abzusehen, was wir anrichten, mit dem was wir tun. Eine allgemeine Emanzipation, wie er sie persönlich durchlebte, hält er nicht mehr für möglich. Wenn jemand zum Arzt geht, tut er dies, als wolle er ein Auto in die Werkstatt bringen. Vielmehr entspricht er offenbar einem Stereotyp unseres Jahrhunderts, sonst wäre er wohl kaum zum Aperçu geronnen. In der weiteren wie auch in unserer individuellen Umwelt spielt Naturwissenschaft, Mechanik und Technologie eine immer größere Rolle. b) Vergleichen Sie die Gestaltung von Kindheit in Rilkes Gedicht mit der in Günter Kunerts Gedicht Gottgleich! beschmutzt von Furcht und Mitleid Muß man sie mithin nicht als ein hervorragendes Mittel betrachten, um jene Funktionalisierung des Menschen zu unterlaufen? Dann wird wohl der Ratteneffekt, oder um es freundlicher zu sagen, der Feldmauseffekt eintreten. Zum einen kann ich aus ihr den Gewinn ziehen, daß sie mir die Augen für mich selbst öffnet, daß ich durch sie einen Teil meines Inneren besser zu erkennen lerne. Schreiben V. Satire Der Prüfling hat e i n e Aufgabe seiner Wahl zu bearbeiten. Dann ergibt sich eine gewisse eigentümliche, aber keineswegs dauerhafte Befriedigung. Formal besteht das Gedicht aus vier Strophen, in denen die Versanzahl von Strophe zu Strophe weniger wird. Wilhelm Meisters Lehrjahre IV. Ich habe schon sehr früh in meiner Jugend die emanzipatorisch intentionierten deutschen Autoren gelesen, von Heine bis Tucholsky. In der Kindheit – schreibt Ernst Bloch – scheine uns allen etwas, worin noch niemand war: Heimat. Im Prozeß des Schreibens – so betont er – erbaut er in seiner Imagination zwar keine „heile“ Traumwelt, wohl aber gelingt es ihm, sich mit sonst nie erreichter Intensität vor Augen zu stellen, was ihm vorenthalten wird. Jemand, der nur Konsalik liest, kann sich auch nur auf Konsalikschem Niveau mit anderen verständigen. Er war Anfang der siebziger Jahre eine Kultfigur der deutschen Linken. Hier gibt es auch tatsächlich einen Unterschied zwischen E- und U-Literatur. Schriftsteller wurden in der DDR häufig kritisiert, da sie den Staat in ihren Werken zu skeptisch und pessimistisch sahen. Das scheint mir ein ganz normaler Gang zu sein: von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung. Daß sie aber Spuren in seinem literarischen Werk hinterlassen haben, läßt sich kaum bezweifeln. Schreiben als Selbstvergewisserung – Dichter Günter Kunert wird 85, Norbert Hummelt: Zu Nadja Küchenmeisters Gedicht „nachtigallen“, Rudolf Bussmann: Zu Günter Kunerts Gedicht „Minus“, Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden. Wahrscheinlich können wir auch wesentliche Eindrücke gewöhnlich nur flüchtig festhalten. Das kann die Literatur. Günter Kunert hat eine Heimat zeit seines Lebens schmerzlich vermißt. Aber auch keine Um zur zweiten Frage zu kommen: Bedeutende Literatur hat niemals die Flucht nach Innen forciert. “ Trotz der schnell zunehmenden Bedrohung schloß sich der Vater immer enger an die jüdische Familie seiner Frau an. Die Geschichte hat uns in diesem Punkt eine deutliche Lehre erteilt: Gerade die vielen Menschen, die in ihrer Jugend Hitler-Anhänger waren, haben sich nach dem Krieg sehr rasch den Ideen der neuen Machthaber verschrieben. Jüdische Allgemeine, 6.3.2014, Reinhard Tschapke: Der fröhlichste deutsche Pessimist 2. Formal besteht das Gedicht aus vier Strophen, in denen die Versanzahl von Strophe zu Strophe weniger wird. wird ein realer Wüstenstrich, Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er fünf Semester an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee. Aber das ist eben das Unwahrscheinlichere. Gibt es so etwas, wie einen kollektiven Todestrieb? Fazit. hallo zusammen, heute im bayrischen deutsch-abi im lyrik-teil habe ich das gedicht "gottgleich" gelesen und fand es sofort wunderschön. - Es dauert nur 5 Minuten Das ist ein ganz konkreter Grund. Unbewußt haben diese Untergangs-Visionäre vergangener Zeiten fest an das Überleben der Menschheit geglaubt, denn andernorts blieb ja alles bestehen. Er versteht sein lyrisches Ich als eine „Legierung individueller und gesellschaftlicher Komponenten“. Der Gegenstand […] verwandelt sich, nimmt anthropomorphe Züge an […]. Günter Kunert Günter Kunert wurde am 6. Nicht die Gebeine, sonder nurmehr die Sedimente bewahren die letzten Zeugnisse unserer Existenz. Ein Manuskript ist etwas anderes als ein Buch. Nimm einen Anlauf. Darum hat Literatur nie etwas verhindern können. Das ist mein Prinzip“, so äußerte sich Günter Kunert an seinem 70. Ich habe neulich einen Satz gelesen, der vielleicht vertrackt klingt, aber genau sagt, worum es geht: Der kognitive Horizont des Menschen ist genetisch beschränkt. März 1929 in Berlin geboren. Die Welt, 6.3.2019, Günter Kunert – Schreiben als Gymnastik ein Jammertal wie längst bekannt: / Es war außerordentlich / … 1929) Gottgleich (erschienen 1999 in dem Gedichtband Nacht Vorstellung) In der Kindheit / habe ich das Universum erkannt. Denn seine Gedichte sind von grausam poetischer Schönheit. Ein Horizont zeigt sich immer. wo nur Sehnsucht Donnerstag feiert er seinen 85. Es hat sich abgenabelt, hat sich von seinem „Vater“ abgeschlossen. .. . Ich bin ein Sucher Wenige Jahre später finden sich in dieser Lyrik kaum noch Ausblicke ins vermeintlich näherrückende Arkadien. Natürlich möchte ich, daß diese Gedichte auch für den Leser zu einem Mittel der Selbstverständigung werden können. In seiner Hilflosigkeit, seinen Ahnungen und Ängsten angesichts dieser Geheimnisse unterscheidet der Autor sich keineswegs von seinem Leser. Das zwingt dazu, den Boden immer stärker auszubeuten. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Nie aber war er weiter von ihr entfernt als gerade in seiner Kindheit. Daran ergötzt sich der Leser, daran klammert er sich und davon läßt er sich trösten. Unser Jahrhundert ist da ein gutes Beispiel: Die Expressionisten haben den Ersten Weltkrieg und die radikalen sozialen Umwälzungen, die er mit sich brachte, vorausgeahnt und auf ihre Weise formuliert. Uns wird es nicht anders gehen. Das ist etwas, was der Einzelne in der Gesellschaft sonst nicht kann. Vielmehr läßt sie, gerade weil sie sich zweckorientiertem Denken entzieht, jene Verluste erkennen, die unsere industrielle Zivilisation dem Einzelnen zufügt. Der Sohn Günter Kunert wuchs isoliert und in einer Atmosphäre der Angst auf. Müßte die Literatur in einer solchen Situation nicht auch mit ihren bescheidenen Mitteln nach einer Rettung suchen? Sein Werk behandelt vor allem die beiden deutschen Staaten in der Zeit der Teilung, das heißt die Kompliziertheit ihrer Wechselbeziehungen und ihre unterschiedlichen Befindlichkeiten, sowie dann das wiedervereinigte Deutschland. Oder hat sich das erst heute durch den Verlust an Zukunft und Utopie ergeben? Die Aufforderung, unermüdlich einem „ewig unerreichbaren“ historischen Ziel zuzustreben, nimmt in Kunerts Gedichten nach und nach eine immer düstere Färbung an. In den sechziger Jahren, glaube ich, wurde sie als die einzige nicht entfremdete Arbeit bezeichnet – auch so eine Formulierung, die längst keiner mehr benutzt. Die chemische Industrie bringt jährlich zigtausend neue chemische Verbindungen auf den Markt. hallo zusammen, heute im bayrischen deutsch-abi im lyrik-teil habe ich das gedicht "gottgleich" gelesen und fand es sofort wunderschön. EINLEITUNG I. BIOGRAFIE 1.1 JUGEND 1.2 NACHKRIEGSZEIT 1.3 DDR ZEITEN 1.4 LEBEN IN DER BRD II. Sie schrecken zurück vor steilem Pathos und allzu naiven Erwartungen: so schickt Kunert seinem Gedicht „Über einige Davongekommene“, das mit der in der Nachkriegszeit üblichen „Nie wieder“-Deklamation endet, den sarkastischen Nachsatz „Jedenfalls nicht gleich“ hinterher. Es erscheint mit solcher Kraft und Ausstrahlung, daß man von einer Besessenheit sprechen muß: Kunert spielt es durch in ungezählten Nuancen, lädt es mit den unterschiedlichsten Bedeutungen auf, entfernt sich von ihm, indem er es schwach und immer schwächer anklingen läßt, um dann doch stets wieder zu ihm zurückzukehren. Das muß man hinnehmen. Auch nicht mit aufklärerischen Mitteln. Seine Texte sind präzis formulierte, subjektive Reflexe auf konkret Erlebtes, Erfahrenes und Erlittenes. Nicht zu schmal. Er beschreibt, worunter er leidet, und rettet so für sich – und also auch für seine Leser – eine Ahnung vom Befinden jenseits der Leiden. Wir siedeln immer wieder auf dem Vulkan. Eines seiner ältesten Gedichte, „Für mehr als mich“, hat seinen programmatischen Charakter bis heute nicht verloren: Ich bin ein Sucher Tiroler Tageszeitung, 4.3.2014, Wolf Scheller: Die Poesie des Melancholikers LYRIK NACH DER WENDE 1.1 DIE VERSCHIEDENEN GENERATIONEN DER DDR- LYRIKER 1.2 THEMATIK DER NACHWENDE- LYRIKER III. [1] In Günther Anders Buch Die Antiquiertheit des Menschen steht ein Satz, den ich für sehr richtig halte, auch wenn er etwas biblisch gefaßt ist: Vielleicht bekämpfen wir den Teufel in einem Zimmer, in dem er schon gar nicht mehr ist. Platz nehmen im Parco di Monstri Der Tagesspiegel, 5.3.2019, Benedikt Stubendorff: Günter Kunert – 90 Jahre und kein bisschen leise Andere dagegen, die nie solch hochgesteckte Hoffnungen haben, schauen heute zuversichtlicher in die Zukunft. So kann es geschehen, daß eine Schicht sich mit Kunst und Literatur beschäftigt, daß ihr dies Genuß bereitet und sie sich der Illusion hingibt, der Mensch würde auf diese Weise bereichert. Oder um bei dem anderen Bild zu bleiben, das Sie benutzten: Warum handeln Sie mit Prothesen? In der Tat macht seine Sprache im Laufe der mittlerweile vier Jahrzehnte währenden poetischen Produktion einen verblüffenden Wandel durch. Dies ist ja auch nicht einzusehen, wenn man sich selbst wie eine Maschine betrachtet. Diese sich selbst immer stärker beschleunigende Entwicklung ist auch eines der wesentlichen Momente, die keine Hoffnung mehr zulassen. Ich bin sicher jemand mit einem mehr oder minder reduzierten Herzen und einem mehr oder minder reduzierten Verstand. Es wurde ihr Wille zur Veränderung, ihre Begeisterung und Einsatzfreude für eine scheinbar unfehlbare Ideologie gefordert. [3] Er macht sich keine Illusionen und ist ein hartnäckiger Prophet der uns drohenden Katastrophe und bleibt dabei stets nüchtern und skeptisch. Der Leser von Lyrik kann sich ja durch das Gedicht als ein gesellschaftlich bedingtes Geschöpf erkennen. Zum anderen wirkt die Veröffentlichung auf eine subtile Weise auf die Texte ein. Zum anderen aber liefert sie mir auch ein komplexes Ersatzleben, bietet sie mir die Möglichkeit, aus mir heraus- und in dieses Kunstwerk einzutreten. Seine Sache ist die Verstörung […] wenn [es das] Einverständnis mit der Welt erschüttert, dann hat es eine Leistung vollbracht, die für ein derart winziges Gebilde aus wenigen Zeilen gigantisch ist. unterwegs nach Utopia Gewiß, das ist alles sehr schön. Rasende Todesangst und inbrünstige Todessehnsucht sind in Kunerts Lyrik zwei Seiten der gleichen Medaille, zwischen diesen Polen oszillieren seine Gedichte. Denn unsere Abhängigkeit von den Systemen hindert uns, die Systeme aufzugeben. Natürlich ist es grobschlächtig, sich von Dallas- oder Denver-Sendungen für ein, zwei Stunden aus dem unerträglich langweiligen Alltag entführen zu lassen. Mit der ersten Szene, in der wir einen mittelmäßig gelangweilten Akademiker kennenlernen, der auf der Gartenliege unter dem „Zentralorg… Selbstbestimmung kann wohl nur im kreativen Bereich durchgesetzt werden. […] Der Schriftsteller Günter Kunert schreibt in Kaisborstel bei Itzehoe seine mehrfach ausgezeichnete Lyrik. Im Ich des Gedichts erscheint […] das unverkrüppelte, vollkommene, wenn auch ewig unvollkommene Individuum – ein Windhauch aus Utopia. Es ist meines Erachtens eher eine immer stärkere und wachsende Adaption des Menschen an die Maschine. Um unsre Erde Stellt man eines der frühen Gedichte, wie „Einige bleiben“, neben „Denkmal“, das gegen Ende der sechziger Jahre entstand, und neben „Tiefseemuschel“ aus der Mitte der achtziger Jahre, so fallen die tiefgreifenden Differenzen zwischen den jeweiligen poetischen Sprechweisen sofort ins Auge. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Zudem wird der Text von einer passiven Grundhaltung beherrscht: während der Leser in den frühen Gedichten zum Handeln, zur Veränderung der Welt oder seiner selbst aufgerufen wurde, beschränkt sich Kunert nunmehr darauf, zu „mustern“ und zu „hören“. An ihrer Stelle mehren sich Warnungen vor einem möglichen Inferno. Romulus der Große III. Kunert: Wahrscheinlich hat sie immer die Funktion gehabt, vorzutäuschen, Illusionen aufzubauen. Ein leuchtendes Etwas an unserem Himmel, das je nach Tag des Monats zwischen einer dünnen Sichelform und einem hellen runden Kreis variiert. Freilich vollzieht sich dieser Abschied keineswegs schmerzlos, sondern hinterläßt eine nie vernarbende Wunde. Wenn wir uns freiwillige Beschränkungen auferlegten, hätten wir wohl größere Überlebenschancen. Bis zu einem gewissen Grad muß man emotional und rational beschränkt sein, um leben und auch schreiben zu können. Das Karussell & Gottgleich II. Daß so einmal kreisen könnte Es ist eben nicht mehr nur das Rote Meer oder der Ausbruch des Vesuvs, es ist nicht nur der Dreißigjährige Krieg oder der Zweite Weltkrieg der uns bedroht, sondern es ist eine globale Durchgiftung und Zerstörung im Gange von der Stratosphäre bis tief in den Boden. eine kleine fossile Wahrheit Doch es ist inzwischen ein grundsätzlich anderer Zustand erreicht, wie es ihn noch niemals gegeben hat. Warum nicht? jenseits der Worte Schließlich nimmt Kunert gegen Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre – ungefähr zeitgleich mit seiner Übersiedlung in den Westen – „endgültig Abschied von der Utopie, vom Prinzip Hoffnung“. Natürlich ist es auch schön, daß die Leute dann die Gedichte lesen und diesen Prozeß von Selbstempfinden, Selbsterkenntnis oder Selbstsicht, der die Gedichte entstehen ließ, nachvollziehen können. Gedicht: Fantasma (1987) Autor: Günter Kunert Epoche: Gegenwartsliteratur / Literatur der Postmoderne Strophen: 3, Verse: 12 Verse pro Strophe: 1-4, 2-4, 3-4. Das hat weniger mit ihrer Qualität zu tun, als mit ihrer Eigenart. „Einige bleiben“ gibt seinen parabolischen, gleichnishaften Charakter unschwer zu erkennen: Der Autor hat – zumindest in den ersten drei Strophen – eine Erkenntnis, einen Gedankengang versinnbildlicht, und dem Leser fällt die Aufgabe zu, diese literarische Einkleidung zu entschlüsseln, hinter dem metaphorisch Formulierten das ursprünglich Gemeinte aufzudecken. Denn sie sind in der Lage, ihre Desillusionierungen fruchtbar zu machen. Er schreibt vor allem Gedichte und Kurzprosa, aber hat seit seinem ersten Gedichtband Wegschilder und Mauerinschriften (1950) in rascher Folge Texte der verschiedensten literarischen Gattungen publiziert. Sucher eines Weges Den kann man bei uns auf dem Land sehr gut beobachten: Wenn die Feldmäuse in einem Jahr überhand nehmen, gibt es im nächsten Jahr keine einzige mehr. Im Gegenteil: Sie analysieren das Seelenleben der Romanfiguren mit solcher unglaublichen Scharfsicht, daß sie auch den persönlichen Innenraum des Lesers ein bißchen heller machen. Aus diesem Text kann er weder vertrieben noch ausgebürgert werden, er ist seine eigentliche Heimat. Das wird ein schmerzlicher Tag. Göttinger Tageblatt, 5.3.2019, Katrin Hillgruber: Ironie in der Zone Kunst hat immer und zu allen Zeiten als ein Instrument zur persönlichen Transzendenz gedient, also dazu das eigene Bewußtsein zu transzendieren. Für dogmatische Literaturkritiker in der DDR Grund genug, Kunert bald schon ideologische Unzuverlässigkeit vorzuwerfen, ihn als „existentialistischen Abweichler“ zu denunzieren. Die nachfolgenden Bücher konnten nur unter anwachsenden Schwierigkeiten in der DDR erscheinen. Günter Kunert, einer der wichtigsten und produktivsten Lyriker des 20. Die Steine werden zur Metapher für die Endstation des Lebens für den endgültigen Stillstand. 1943 begann Kunert eine Lehre in einem Bekleidungsgeschäft. ExilPEN, 6.4.2009, Hannes Hansen: Ein heiterer Melancholiker unter schweigenden Ungeheuern Das Verhältnis des Menschen zur Natur – es ist eines der traditionsreichsten Dichtungssujets überhaupt. Geflatter Nichts sehen als Sonne. Berliner Zeitung, 6.3.2009, Fred Viebahn: Ein unbequemer Dichter wird heute 80 Sie kann nichts anderes, als uns lebensfähig machen, indem sie unser Bedürfnis nach Transzendenz befriedigt. „Ein Hellseher, der heute kein Schwarzseher ist, ist kein richtiger Hellseher. In der ersten Strophe wird nicht eine Aktion geschildert, sondern eine Situation. Aber wir machen es uns bequem auf Kosten des anderen, größten Teils der Menschheit. Zugleich birgt der Tod aber auch die zeitlose Ruhe der Steine. Wir Menschen sind sehr unstete Gestalten. Die Erwartung einer möglichen Apokalypse ist etwas ganz anders. Kunert dagegen benutzt das Bild der Versteinerung gelegentlich in unmißverständlich positivem Zusammenhang: Selber Fels sein. Es geht ihm darum, den Menschen als Ganzes, als in sich widerspruchsvolle Einheit in den Blick zu bringen, samt seiner selbstproduzierten und dennoch zutiefst selbstverletzenden Beziehungen zur Gesellschaft. [1] Die Welt, 6.3.1999, Keiner weiß, was er noch schreiben soll, Günter Kunert zum 70., Literarische Welt S.18. Kunert: Nein, das glaube ich nicht. Dann kann man aufatmen und etwas neues anfangen. „Tiefseemuschel“ schließlich ist in einem unüberhörbar kontemplativen Tonfall geschrieben. - Hohes Honorar auf die Verkäufe Obwohl er sich nichts hatte zuschulden kommen lassen und sich keines Vergehens bewußt war, begegnete ihm die Gesellschaft feindlich. Seine Verse sind beinahe immer kühl und zurückhaltend, oft widerborstig und nie einschmeichelnd. Kunert: Gewiß, ich müßte mich als Drogenhändler betrachten, wenn ich auf Wirkung hin schriebe. Literaturgeschichtlicher Hintergrund "Das Holzscheit" - Günter Kunert 1972 in der DDR ca. Aber schließlich geht’s auch ohne ihn weiter. - Jede Arbeit findet Leser, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Gewiß: diese Eigen-Interpretation – hinter der die Grundgedanken der marxistischen Entfremdungstheorie leicht auszumachen sind – läßt die meisten Kurzgeschichten Kunerts und manche seiner Gedichte transparenter erscheinen: wenn es etwa in einem der frühen „Berliner Lieder“ heißt, „Unsre Städte hier sind unser Manifest. Warnungen, die heute geläufig erscheinen, seinerzeit aber Befremden, wenn nicht Bestürzung hervorriefen: das Thema des Gedichtes „Laika“ beispielsweise klingt für den Leser in der Mitte der achtziger Jahre nur zu vertrautes entstand aber ein Vierteljahrhundert zuvor. Der ehemals so siegessicher imaginierte Gang der Geschichte wird zum sinnlos mörderischen Wettlauf („Das Fortschreiten von etwas Unaufhaltbarem / wird zum unaufhaltbaren Fortschritt“), der das Individuum zum Statisten im Welttheater („Theatrum mundi“) degradiert: Nur du und ich Günter Kunert, einer der wichtigsten und produktivsten Lyriker des 20. Bin schlecht gelaunt. 1974/75 hat Kunert ein Buch über das Leben in der DDR geschrieben, über den Mangel, die Langeweile, die Tristheit, über das ständige Misstrauen, das Abwarten. Sie zeugt oft von den besten Absichten des Autors, erreicht aber zugleich das Gegenteil: Sie wirkt wie ein Sedativ. Es geht uns hier in Westeuropa – oder auch den Menschen in Nordamerika besser als allen unseren Ahnen und Vorfahren. Kunerts schonungslose Betrachtungen in Prosaminiaturen und Aphorismen sind schnörkelos und unbarmherzig. Kurz: das lyrische Ich ist vom Subjekt zum Objekt geworden, es betreibt nichts mehr, sondern wird getrieben. Günter Kunert ist einer der vielseitigsten und produktivsten Schriftsteller der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Wer einmal gründlich enttäuscht wurde, ist eben hellhöriger als seine Mitmenschen. Der beste, den wir besitzen. Insofern ist unser augenblickliches Wohlleben nur eine Lüge. Natürlich hängt dies von dem Gedicht ab, das er liest. Doch sollte man sich auch diesen Prozeß nicht zu einfach vorstellen. Dazu muß man nicht erst Brecht mit erhobenen Zeigefinger lesen. Man arbeitet weiter an ihnen, bewußt oder unbewußt. als wenn die Wolken längst vondannenfuhren. Sind Sie in diesem Sinne ein Mann mit Herz und Verstand? September 2019 in Kaisborstel[1]) war ein deutscher Lyriker und Schriftsteller. […] hinfliegst Hatte sich Kunert am Anfang seiner literarischen Karriere dem Glauben hingegeben, genau zu wissen, in welche Richtung und zu welchem Ergebnis die Weltgeschichte sich entwickelt, heißt es zu Beginn der sechziger Jahre: „Wir streben dem Ziel zu, / Uns wandelnd und wandelnd das Ziel, / Ewig unerreichbar und darum / Ewiger Ansporn, es zu erreichen.“ Es klingen immer häufiger Motive an, die ihre Nähe zum französischen Existentialismus – der zur gleichen Zeit auch in der Bundesrepublik große Popularität genoß – nur schwer verleugnen können. Auf dieser Weise wird versucht, die wichtigsten Aspekte kurz anzusprechen. Durch sie kann er die eigenen Schwächen, die eigenen pathologischen Züge kennenlernen. Es ereignet sich […] solchermaßen im Gedicht auch Heimkehr nach langem Umherirren […]. [ … ] Und durch diese wachsende Funktionalisierung wird der Mensch immer stromlinienförmiger: Er verliert immer mehr von dem, was ihn zum Menschen macht und was sich eigentlich jener Funktionalisierung entgegenstemmen müßte. 129 Dokumente zum Thema Referat Interpretation. Aber er ist ein ganz starker, großartig symbolstarker Dichter, dessen Symbole immer auf die Gesellschaft zielen. 1929) (erschienen 1999 in dem Gedichtband Nacht Vorstellung) In der Kindheit / habe ich das Universum erkannt. Macht diese Theorie nicht den Fehler, Kunst und Showgeschäft in einen Topf zu werfen? Wittstock: Hatte Kunst immer diese Täuschungsfunktion? Kunert: Nein, das halte ich für sehr unwahrscheinlich. solcher Landschaft sich innig verbinden: *06.03.1929, Berlin, Deutschland † 21.09.2019, Kaisborstel, Deutschland Günter Kunert galt als einer der bedeutendsten Lyriker der DDR. Günter Kunert verzichtet darauf, seine Gedanken in eine starre Struktur zu bringen, sodass in diesem Werk die Strophen sehr unregelmäßig gestaltet sind. Geburtstag zu seiner Biographie. In dem autobiographischen Prosastück „Ohne Bilanz“ vermittelt er in lapidaren Sätzen einen Eindruck von seiner „verstörten Kindheit“, die er „genauso verlassen kann wie die Schnecke ihr Haus“. Später wandern sie von anderen Feldern, auf denen die Population nicht überhand genommen hatte, wieder zu. Auch später noch war er mit seinen bissigen, melancholischen, souverän mit Tradition und Technik hantierenden Gedichten, Prosastücken und Essays einer der schärfsten literarischen Köpfe der deutschen Gegenwartsliteratur. Man sieht es nie wieder an, solange man nicht muß. Auch später noch war er mit seinen bissigen, melancholischen, souverän mit Tradition und Technik hantierenden Gedichten, Prosastücken und Essays einer der schärfsten literarischen Köpfe der deutschen Gegenwartsliteratur. Gesetzt den Fall er liest ein Liebesgedicht: So wird er sich durch diesen Text – wenn er sich ernsthaft mit ihm auseinandersetzt – vielleicht ein wenig klarer über seine eigene Fähigkeit oder Unfähigkeit zur Liebe, über die eigene Kälte oder Leidenschaft. Zu Unrecht. Handout: Gedichtvergleich „Mondnacht“ - Kunert und Eichendorff Joseph von Eichendorff (1788-1857): Mondnacht (1835 verfasst, 1837 veröffentlicht) Eichendorff vermittelt in diesem Gedicht die Grundgefühle der Romantik: die Sehnsucht nach Überwindung und Versöhnung aller Gegensätze, Hinwendung zu Gott und der Suche nach Heimat und Ursprung. In dieser Vertiefung der Sprachfähigkeit, die zugleich unsere Chancen erhöht, einander zu verstehen und miteinander zu einem Konsens zu finden, liegt vielleicht eine der Hauptaufgaben der Literatur. Das „Bewußtsein“ seiner Gedichte entzieht sich jetzt konsequent dem Nützlichkeitsdenken: er versucht den Leser nicht mehr zu überzeugen, sondern zum Zeugen unserer Lebenssituation zu machen. Günter Kunert Gottgleich AUFGABE II Interpretieren eines literarischen Textes: D R A M A Friedrich Dürrenmatt Romulus der Große Szene: (…) „JULIA Ich komme, mit dir zum letzten Mal zu reden. Wie ein kleiner Spalt öffnet sich da für den Leser ein Türchen, durch das er in eine zuvor unbekannte Kammer im eigenen Inneren eintreten kann. 20. Es ist eher die schmerzliche Erkenntnis eines Vorgangs, dem man sich selbst nicht entziehen kann. Nehmen wir als Beispiel eine stark psychologisierende Literatur, wie Marcel Proust sie schrieb. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Das ist möglich, aber weitaus unwahrscheinlicher. Wittstock: In Ihren Frankfurter Poetik-Vorlesungen beschreiben Sie den Verlust Ihrer politischen Hoffnungen als den Preis für den Weg von der Fremd- zur Selbstbestimmung. „Denkmal“ weist zwar noch schwach gleichnishafte Züge auf, doch wird nun in der letzten Strophe sorgfältig offengelegt, was immer verschlüsselt geblieben sein sollte. Mit dem Sterben ende nicht nur jede Aktivität, sondern auch jeder Mangel, der die Aktivität erst hervortrieb. Auch später noch war er mit seinen bissigen, melancholischen, souverän mit Tradition und Technik hantierenden Gedichten, Prosastücken und Essays einer der schärfsten literarischen Köpfe der deutschen Gegenwartsliteratur. Er wird nicht von irgendwelchen Institutionen finanziert, also muß er seine Arbeiten verkaufen. Hatte er unter dem Titel „Ikarus 64“ zwar schon bekannt: „Fliegen ist schwer“, so richtete er damals an seine Leser trotzdem noch die Aufforderung: Dennoch breite die Arme aus und nimm  +  Man nannte es Töfftöff und fand es kurios. Günter Kunert wurde vielfach ausgezeichnet, vom Heinrich-Mann-Preis der DDR 1963 bis zum Kunstpreis des Landes Schleswig Holstein 2014. Das vorliegende Gedicht beginnt mit einem Bild aus dem Alten Testament, der Sintflut aus dem 1.

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